Reaktive Arthritis

Reaktive Arthritis tritt nach einer bakteriellen Infektion des Magen-Darm-Traktes oder der Geschlechtsorgane und Harnwege auf. Diese für rheumatische Erkrankungen typischen Gelenkentzündungen entwickeln sich meist einige Tage oder Wochen nach dem Abklingen einer Infektion des Urogenitaltraktes (z. B. durch Chlamydien) oder einer Gastroenteritis (beispielsweise durch Salmonellen ausgelöst).

Betroffen sind dabei in der Regel wenige Gelenke, meist die Beine. Im entzündeten Gelenk sind die bakteriellen Erreger jedoch oft nicht nachzuweisen – dies erschwert eine Diagnosestellung.

Krankheitsverlauf, Diagnose und Medikation

Während die reaktive Arthritis bei ungefähr einem Viertel aller Patienten und Patientinnen einen chronischen Verlauf nimmt und einer Langzeittherapie mit Medikamenten bedarf, klingt sie in den meisten Fällen nach einigen Wochen oder Monaten wieder ab.

Da die bakteriellen Erreger, die zur Entzündung der Gelenke geführt haben, nicht immer anhand des Urins oder des Stuhls nachzuweisen sind, stellen Bluttests ein probates Mittel dar, eine potenzielle Diagnose zu bekräftigen. Denn im Blut kann festgestellt werden, ob sich spezifische Antikörper zur Bekämpfung des bakteriellen Erregers gebildet haben. Zusätzlich sind die Gelenkentzündungen mithilfe körperlicher Untersuchungen zu prüfen.

Spielen nun die komplexen Faktoren dieser beiden Befunde zusammen, kann eine Diagnosestellung erfolgen.

Um die durch die Gelenkschwellungen entstehenden (starken) Schmerzen zu lindern, werden überwiegend Antirheumatika und sonstige entzündungshemmende Medikamente (z. B. Injektionen oder Tabletten auf der Basis von Cortison) verabreicht.

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