Plasma und Plasmaderivate

Bei jeder Vollblutspende wird heutzutage durch Zentrifugation neben dem Erythrozytenkonzentrat ein Beutel mit Plasma gewonnen. Dieses Plasma wird möglichst schnell nach der Gewinnung tiefgefroren und einer viermonatigen Quarantänelagerung unterzogen. Erst wenn im Rahmen einer zweiten Untersuchung des Spenders keine Anzeichen von transfusionsrelevanten Infektionen gefunden werden, wird dieses Plasma als gefrorenes Frischplasma (GFP) zur Transfusion freigegeben. Plasma ist bei -30°C ± 3°C zwei Jahre haltbar. Vor Transfusion wird es in speziellen Plasma-Auftaugeräten auf Körpertemperatur erwärmt.

Eine weitere Form stellt das sog. lyophilisierte Plasma dar, das durch Gefriertrocknung gewonnen wird. Dieser muss vor der Infusion erst mitWasser rekonstituiert werden. In Deutschland ist diese Form des Plasmas jedoch nicht sehr weit verbreitet.

Die sog. Plasmaderivate werden industriell aus großen Mengen Plasma gewonnen. Verschiedene, teilweise sehr reine Konzentrate mit bestimmten Plasmaproteinen werden daraus hergestellt. Besonders wichtig sind dabei die Gerinnungsfaktor-Konzentrate, welche z.B. die Faktoren VIII, IX oder den von Willebrand-Faktor enthalten. Aber auch Albumin oder Fibrinkleber werden daraus hergestellt. Inzwischen können viele Plasmaproteine auch gentechnologisch hergestellt werden.

Die Indikation für die Gabe von Plasma ist meist ein Mangel an bestimmten Plasmaproteinen. Dies kann z.B. während Operationen durch einen Verlust oder einen übermäßigen Verbrauch auftreten. Bei Patienten mit angeborenen Gerinnungsstörungen kann durch geeignete Plasmaderivate dieser Mangel ausgeglichen werden.

 

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