BSG/CRP

Die sogenannte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) bzw. das C-reaktive Protein (CRP) sind die Entzündungswerte, die am häufigsten bestimmt werden. Die Blutsenkungsgeschwindigkeit zeigt die Millimeter an, um die die zellulären Blutbestandteile innerhalb von einer bzw. zwei Stunden entsprechend der Schwerkraft absinken. Der CRP-Wert wird entweder in Milligramm pro Liter (mg/l) oder in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) gemessen. Daher müssen Untersuchungen aus verschiedenen Laboren oft umgerechnet werden, damit man sie miteinander vergleichen kann.

Der CRP-Wert und die Blutsenkungsgeschwindigkeit sind für rheumatologische Erkrankungen nicht spezifisch. Erhöhte Werte finden sich hier vor allem bei Infekten sowie bei einigen rheumatologischen Erkrankungen (zum Beispiel bei Gicht, Vasculitiden, Polymyalgia rheumatica oder Rheumatoider Arthritis). Das CRP erhöht sich vorwiegend bei bakteriellen Infektionen, die Blutsenkungsgeschwindigkeit steigt auch bei Virusinfekten an. Auch bei einigen Tumorerkrankungen kommt es zu einer Erhöhung des CRP-Wertes und der Blutsenkung. Sind die Werte unklar erhöht, so sind meist verschiedene Zusatzuntersuchungen erforderlich.

Um die Aktivität der rheumatologischen Erkrankung erfassen zu können, werden normalerweise beide Werte bestimmt. Wie aber bereits oben angeführt, kann es sein, dass man die Werte in Bezug auf die Rheumaaktivität für eine Diagnose nicht heranziehen kann, wenn der Patient bei der Blutabnahme an einem Infekt leidet. Darüber hinaus gibt es verschiedene rheumatologische Erkrankungen, bei denen die Werte auch bei einer vermehrten Krankheitsaktivität nicht erhöht sind. Ein Beispiel dafür ist die Schuppenflechtenarthrits, während beim systemischen Lupus erythematodes die Blutsenkung, nicht jedoch das CRP erhöht ist.

Wird eine Infusionstherapie mit Roactemra (Tocilizumab) durchgeführt, so kommt es zu einer Blockade der CRP-Bildung der BSG-Beschleunigung. Unter diesen Umständen sind die Werte oft auch bei schweren Infekten ganz normal.

TOP