Blutgerinnungsstörung – was Eltern wissen sollten

Blutgerinnungsstörung – was Eltern wissen sollten

Facharzt am SOGZ München stellt die wichtigsten Fakten zur Blutgerinnungsstörung zusammen

MÜNCHEN. „Wenn Eltern zum ersten Mal die Diagnose Hämophilie bzw. Blutgerinnungsstörung hören, ist das in der Regel ein großer Schreck. Denn klar ist, die angeborene und vererbbare Störung der Blutgerinnung kann das Leben des Kindes und der Familie erheblich beeinträchtigen“, weiß Dr. med. Harald Krebs, Facharzt für Transfusionsmedizin und Hämostaseologie am Sonnen-Gesundheitszentrum (SOGZ) in München. Das blutbildende System von Betroffenen ist bei Hämophilie nicht in der Lage, Gerinnungsstoffe, die zur Gerinnung des Blutes und damit zum Blutungsstopp und zur Wundheilung notwendig sind, in ausreichender Menge zu produzieren.

Versorgung von Kindern und Erwachsenen mit Blutgerinnungsstörung am SOGZ München

Bei Hämophilie A fehlt es den Betroffenen am Faktor VIII, bei Hämophilie B am Faktor IX. Werden Blutungen zu spät erkannt, kann es zu Einblutungen in Muskeln, Organe und Gelenke kommen – mit schwerwiegenden Folgen für die Betroffenen. Unbehandelt kann eine Hämophilie lebensbedrohlich verlaufen. Die gute Nachricht für Eltern ist jedoch: Die Erkrankung ist in Deutschland gut behandelbar, wenn auch nicht heilbar.
Von Hämophilie betroffene Patientinnen und Patienten erhalten die fehlenden Gerinnungsfaktoren als Medikament. Entsprechende Konzentrate lassen sich aus menschlichem Blut gewinnen oder gentechnisch erzeugen. Die Gerinnungsfaktoren können regelmäßig vorbeugend oder bei Bedarf verabreicht werden. Dies geschieht intravenös, zum Beispiel in einem spezialisierten Zentrum wie dem Sonnen-Gesundheitszentrum (SOGZ) in München. Mit wachsender Erfahrung können Eltern ihrem Kind jedoch auch zu Hause die entsprechenden Konzentrate verabreichen. Unter dieser Behandlung sind Patienten in der Regel ausreichend vor Blutungen geschützt und erreichen mit der entsprechenden regelmäßigen Versorgung eine normale Lebenserwartung entsprechend der Normalbevölkerung.

SOGZ München: Normalität ist wichtig – Kinder mit Blutgerinnungsstörung nicht in Watte packen

„Wir richten im Sonnen-Gesundheitszentrum den Fokus nicht nur auf die gute medikamentöse Versorgung unserer kleinen und großen Patientinnen und Patienten mit Hämophilie, sondern auch auf die psychosoziale Betreuung. Denn keinesfalls sollte ein Kind mit Hämophilie seitens der Eltern in Watte gepackt werden. Eltern und Kinder müssen lernen, mit ihren Sorgen und Ängsten zu leben und einen sicheren Umgang mit der Krankheit zu entwickeln. Eine hämophiles Kind kann abseits eines stärker von Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten geprägten Alltags ein normales Leben führen “, zeigt sich Dr. med. Harald Krebs vom SOGZ in München überzeugt.

Rheumatologie in München: Chronifizierung vermeiden

Rheumatologie in München: Chronifizierung vermeiden

Rheumatologie in München: Frühzeitige Schmerztherapie ist bei rheumatischen Erkrankungen wichtig

MÜNCHEN. Bei rheumatologischen Erkrankungen kommt es zentral darauf an, dass Entzündungs- und Schmerztherapie Hand in Hand gehen und möglichst frühzeitig einsetzen. Denn bleibt eine rheumatische Entzündung zu lange unbehandelt, kann es zu einer dauerhaften Sensibilisierung kommen, bei der sich der Schmerz chronifiziert und verselbstständigt. Das bedeutet: Ursache und Schmerz stehen in keinem erkennbaren Zusammenhang mehr. In der Folge kann es dazu kommen, dass sich unabhängig vom ursprünglichen ein chronischer Schmerz auch an anderen Körperstellen manifestiert und den ganzen Körper in Mitleidenschaft zieht. Darauf weist Dr. med. Nikolaos Andriopoulos, Rheumatologe am Sonnen-Gesundheitszentrum (SOGZ) München hin.

Facharzt für Rheumatologie in München: Schmerztherapie muss auf Patienten abgestimmt sein

Weil das Schmerzempfinden dabei so individuell ist wie die Patientinnen und Patienten selbst, braucht es eine Schmerztherapie, die exakt auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt ist. Ob ein Schmerz als unerträglich, stechend, pulsierend oder klopfend wahrgenommen wird, hängt entscheidend von der jeweiligen Person und ihrer Vorprägungen sowie bisheriger Schmerzerfahrungen und genetischer Vorbedingungen ab. Um rheumatischen Schmerz effektiv kontrollieren zu können, setzen die Fachärzte am SOGZ auf einen geeigneten Mix aus Medikamenten und nicht-medikamentösen Therapien wie Physiotherapie und Bewegungstherapie. Zentrales Anliegen der Behandlung ist es, einem sogenannten Schmerzgedächtnis vorzubeugen und die Lebensqualität der von Rheuma betroffenen Patientinnen und Patienten zu erhöhen.

Rheumatologe am SOGZ München erklärt die Schmerzmedikation

Zur effektiven Schmerztherapie, die zugleich antientzündlich wirkt, setzen die behandelnden Rheumatologen am SOGZ München nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) ein. Ihr Behandlungsbereich erstreckt sich auf zahlreiche, entzündlich-rheumatische Erkrankungen wie auch auf Arthrose. Beim Vorliegen einer Kontraindikation oder bei ausbleibendem Erfolg können auch Alternativen wie Paracetamol, Opiode, Metamizol, Injektionen mit Glucocortikoiden sowie Lokalanästhetika zum Einsatz kommen. Hat sich bereits eine Chronifizierung des Schmerzes eingestellt, können Schmerz-modulierende Präparate wie Antidepressiva, Antiepileptika oder Muskelrelaxantien sowie Cannabinoide Anwendung finden. Auch Lidocain oder das Nervengift Botulinumtoxin können sich lindernd auf Muskelkontraktionen und Schmerzen auswirken. „Klar ist jedoch: Ein bereits chronifizierter Schmerz erfordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Schmerztherapeuten, Physio- und Ergotherapeuten sowie Psychologen“, gibt Dr. med. Andriopoulos zu bedenken.

Unerfüllter Kinderwunsch: Welche Rolle spielt die Immunologie?

Unerfüllter Kinderwunsch: Welche Rolle spielt die Immunologie?

SOGZ München: Wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt, gibt es mitunter immunologische Ursachen

MÜNCHEN. Zahlreiche wissenschaftliche Studien untermauern einen Zusammenhang zwischen immunologischen Faktoren und dem Einnistungsprozesses des Embryos in der Gebärmutterschleimhaut. Liegen Gerinnungsstörungen vor, kann es in der Folge zu Fehlgeburten kommen. Welche Mechanismen spielen dabei eine Rolle? „Wir wissen heute, dass sich durch bestimmte immunologische Voraussetzungen die Einnistungskapazität in der Gebärmutterschleimhaut verringert. Da ein Embryo jeweils zur Hälfte aus dem Erbgut der Mutter und dem Erbgut des Vaters besteht, kann er eine Immunreaktion bei der Mutter auslösen. In der Folge kann sich der Embryo nicht einnisten“, schildert Dr. med. Michael Schleef, Facharzt für Hämostaseologie am Sonnen-Gesundheitszentrum (SOGZ) München. Die Fachärzte im SOGZ führen bei unerfülltem Kinderwunsch oder im Vorfeld einer künstlichen Befruchtung eine immunologische Diagnostik durch, um den Ursachen der ausbleibenden Schwangerschaft auf den Grund zu gehen.

Blutgerinnung und Kinderwunsch – wie hängt das zusammen? Antworten vom SOGZ München

Frauen mit Blutgerinnungsstörungen haben ein höheres Risiko für Fehlgeburten. So können sich bei einer überhöhten Gerinnbarkeit des Blutes kleinste Blutgerinnsel im Körper ablagern und sich auf die Einnistung des Embryos in der Gebärmutterschleimhaut oder auf die Entwicklung des Mutterkuchens auswirken. Gerinnungsstörungen können sowohl angeboren, als auch erworben sein. Angeboren ist zum Beispiel die Faktor-V-Leyden Mutation, die zu einer erhöhten Thromboseneigung führt. Bei den sogenannten Antiphospholipidantikörpern dagegen handelt es sich um eine erworbene Fehlsteuerung des Abwehrsystems, in deren Folge das Blut schneller gerinnt.

Facharzt am SOGZ München rät zu immunologischer Diagnostik bei unerfülltem Kinderwunsch

„Bleibt der Kinderwunsch aus oder kommt es zu häufigen Fehlgeburten, ist in jedem Fall eine immunologische Diagnostik ratsam. Am SOGZ arbeiten wir dazu eng mit Frauenärzten und Reproduktionsmedizinern zusammen, um im Falle einer immunologischen Ursache für häufige Fehlgeburten zielgenau gegensteuern zu können. Dazu kommen zum Beispiel Medikamente zum Einsatz, die die Fließfähigkeit des Blutes beeinflussen und Gerinnselbildung verhindern. In einer Schwangerschaft kommt dafür vor allem Heparin in Frage oder auch Acetylsalizylsäure “, beschreibt Dr. Michael Schleef die Vorgehensweise am SOGZ München.

Blutgerinnungsstörung: Neues Medikament bei Hämophilie A

Blutgerinnungsstörung: Neues Medikament bei Hämophilie A

Erstmals Gentherapie zur Behandlung von Blutgerinnungsstörung in der EU zugelassen

MÜNCHEN. Bisher waren Patienten mit der Blutgerinnungsstörung Hämophilie A auf eine lebenslange Substitution des fehlenden Gerinnungsfaktors VIII über Injektionen angewiesen. Die Hämophilie ist die häufigste Form der auch als Bluterkrankheit bezeichneten Blutgerinnungsstörung, die auf einen Gen-Defekt zurückgeht und ausschließlich bei Männern auftritt. Bei Betroffenen ist das Faktor-VIII-Gen defekt und kann kein funktionsfähiges Faktor-VIII-Protein bilden. Mit dem Präparat Roctavian (Valoctocogene Roxaparvovec) steht nun erstmals eine Gentherapie zur Behandlung der Hämophilie zur Verfügung. Darauf verweist Dr. med. Harald Krebs, Facharzt für Hämostaseologie am Sonnen-Gesundheitszentrum München (SOGZ).

Gentherapie kann bei Blutgerinnungsstörung Blutungen verringern

Es handelt sich dabei um einen AAV-Vektor, also um ein vermehrungsunfähiges Adeno-assoziiertes Virus, das den genetischen Bauplan für die Bildung des Faktor VII-Proteins in wenige Körperzellen überträgt. Mit einer einmaligen intravenösen Gabe des Faktor-VII-Proteins in die Leberzellen des Patienten soll eine funktionsfähige Kopie des Gerinnungsfaktors zur Verfügung gestellt werden. Die Therapie kann dazu beitragen, dass sich Blutungen verringern und sich Substitutionen des Gerinnungsfaktors reduzieren lassen.

Facharzt in München: Hoffnung für Patienten mit schwerer Blutgerinnungsstörung

Für eine Behandlung kommen laut Committee for Advanced Therapies (CAT) bei der Europäischen Arzneimittelagentur Patienten in Frage, die an schwerer Hämophilie A leiden, die keine Faktor-V-III Hemmkörper aufweisen, die bisher auf eine Faktor-VIII-Substitutionstherapie angewiesen waren und keine Antikörper gegen AAV des Stereotyps 5 aufweisen. Patienten, die an einer Lebererkrankung leiden, sind von der Therapie auszuschließen.
Derzeit ist noch unklar, wie lange der Behandlungseffekt andauert. Studien zeigen jedoch positive Effekte, denn bei der Mehrzahl der 134 in der Phase-3-Prüfung behandelten Patienten kam es auch nach zwei Jahren zu einer deutlichen Verringerung von Blutungen und einem niedrigeren Verbrauch an Gerinnungsfaktoren im Vergleich zum Zeitraum vor Einsatz des Medikaments. Bei einigen Patienten ließ sich im Rahmen der klinischen Prüfungen sogar ein Behandlungseffekt von bis zu fünf Jahren nach einer Infusion feststellen.

Endokrinologie in München: Was ist das Adrenogenitale Syndrom?

Endokrinologie in München: Was ist das Adrenogenitale Syndrom?

Wenn Frauen zu viele männliche Hormone bilden – Endokrinologe aus München informiert

MÜNCHEN. Es zeigt ähnliche Symptome wie das Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS), ist jedoch seltener – beim Adrenogenitalen Syndrom (AGS) bzw. beim late onset AGS zeigen Frauen und Mädchen im gebärfähigen Alter einen unregelmäßigen Zyklus, Akne, Unfruchtbarkeit und entwickeln einen Damenbart. Ursache des AGS ist eine angeborene Funktionsstörung der Nebennieren, die in der Folge zu viele männliche Hormone wie zum Beispiel Testosteron produzieren. „Eine endokrinologische Abklärung und Abgrenzung zu PCOS ist bei diesen Symptomen wichtig, weil AGS vererbbar ist und bei den Nachkommen eine schwere Form auftreten kann“, betont Dr. Maria Koukou, Fachärztin für Endokrinologie am Sonnen-Gesundheitszentrum (SOGZ) München.

Facharzt für Endokrinologie München: AGS hat zwei Ausprägungen

Gesunde Nebennieren produzieren mehr als 40 lebenswichtige Hormone. Dazu gehören zum Beispiel Cortisol oder Glukokortikoid sowie in kleinen Mengen männliche Hormone. Störungen in der Funktion der Nebennieren können zu unterschiedlichen Krankheitsbildern führen. Das Adrenogenitale Syndrom zeigt zwei Erscheinungsformen: Zum einen gibt es eine Form, die bereits bei Geburt auftritt. Dabei handelt es sich um die klassische, schwere Ausprägung der Erkrankung. Häufiger jedoch ist der mildere Verlauf der nicht-klassischen Variante, das sogenannte late onset AGS. Etwa eines von 10.000 bis 15.000 Neugeborenen, sowohl Jungen als auch Mädchen, sind von der schweren Verlaufsform der Erkrankung betroffen. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e.V. (DGE) schätzt, dass jeder 50. bis 60. Mensch die Erbanlage dafür in sich trägt. Eine Erkrankung entsteht jedoch erst, wenn sowohl Vater als auch Mutter entsprechende Erbanlagen aufweisen. Die schwere Verlaufsform kann in den ersten Wochen tödlich verlaufen, wenn sie nicht rasch diagnostiziert und therapiert wird. Wichtig ist eine schnell einsetzende Hormonersatztherapie, die darauf zielt, den durch AGS ausgelösten Mangel an Cortisol und Aldosteron auszugleichen.

Bei AGS und Kinderwunsch genetische Beratung wichtig, betont Endokrinologe in München

Am late onset AGS leiden etwa eine von 200 bis 1.000 Frauen bzw. Mädchen. Oft treten die Symptome in der Pubertät auf, ohne dass ein Cortisolmangel nachweisbar wäre. Die Beschwerden gehen vielmehr auf ein Überangebot an männlichen Hormonen aus den Nebennieren zurück. Häufig ist die erste Vermutung PCOS. „Doch es ist wichtig, differentialdiagnostisch auch an AGS zu denken und eine entsprechende Abklärung vorzunehmen. Denn etwa zwei Drittel der von einem nicht-klassischen AGS-Betroffenen tragen eine schwere Mutation in sich und damit die Anlage für ein klassisches AGS. Für ihre Nachkommen erhöht sich damit das Risiko zur Entwicklung der schweren Verlaufsform deutlich. Gerade bei Kinderwunsch ist deshalb eine genetische Beratung von entscheidender Bedeutung“, ist Dr. med. Werner Stadtherr, Facharzt für Endokrinologie am SOGZ überzeugt.

Blickpunkt Rheumatologie: Mehr RA durch Luftverschmutzung

Blickpunkt Rheumatologie: Mehr RA durch Luftverschmutzung

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Umweltverschmutzung fördert Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis

MÜNCHEN. Der Kontakt mit schadstoffbelasteter Luft über einen längeren Zeitraum führt mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit zu einer rheumatoiden Arthritis. Auf das Ergebnis einer entsprechenden Studie(1) verweist Dr. med. Nikolaos Andriopoulos, Facharzt für Rheumatologie am Sonnen Gesundheitszentrum (SOGZ) in München. Zwar ist der exakte Einfluss der Umweltverschmutzung auf die Entstehung von Autoimmunerkrankungen noch in vielen Teilbereichen ungeklärt. Doch die Daten aus neuerer Forschung bestätigen den eindeutigen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und rheumatoider Arthritis. Luftverschmutzung gilt als einer der Umweltfaktoren, die das Risiko für die Entstehung von Krankheiten am meisten erhöhen. Die Zahl vorzeitiger Todesfälle durch Luftverschmutzung im Jahr 2016 lag laut der WHO-Studieninitiative „Global Burden of Disease“ bei rund fünf Millionen Fällen pro Jahr weltweit. So wirken sich Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung auch auf die Entstehung und den Verlauf von entzündlich rheumatischen Erkrankungen aus, wenn das Immunsystem Fremdkörper mit Entzündungsreaktionen zu bekämpfen versucht.

Luftverschmutzung fördert Autoimmunerkrankungen – Facharzt für Rheumatologie verweist auf Studie

In einer aktuellen Studie, die in der Fachzeitschrift RMD OPEN erschienen ist, fanden die Autoren jetzt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und dem Auftreten von Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Lupus, Sklerose, Bindegewebserkrankungen, Krankheiten des Magen-Darm-Trakts oder neurologischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose. Die Forscher werteten dazu retrospektiv die Daten von 80.000 Einwohnern aus Italien aus, die in einem Zeitraum zwischen 2016 und 2020 erfasst wurden. Sie verglichen die Krankenakten der Bewohner mit der Luftqualität in verschiedenen Gegenden. Das Ergebnis zeigt eine sehr deutliche Verbindung zwischen der Menge an Schadstoffpartikeln und dem Auftreten von Autoimmunerkrankungen. Mit dem Anstieg von Schadstoffpartikeln in der Luft stieg zugleich das Risiko einer rheumatoiden Arthritis. Menschen, die dauerhaft Luftverschmutzung durch Verkehr oder Industrie ausgesetzt waren, wiesen ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko auf, an rheumatoider Arthritis zu erkranken.

Zur Krankheitsvorbeugung braucht es bessere Luft, betont Facharzt für Rheumatologie in München

Welche Mechanismen dabei eine Rolle spielen, ist noch nicht vollständig geklärt. Wissenschaftler gehen jedoch von einem Zusammenspiel zwischen genetischer Veranlagung und Umwelteinflüssen wie der Luftverschmutzung aus. „Aus den Ergebnissen der Studie lässt sich jedoch ein eindeutiges Fazit ziehen: Es braucht eine gute Luftqualität, um chronische Erkrankungen durch Umwelteinflüsse vorzubeugen“, betont der Facharzt für Rheumatologie, Dr. med. Nikolaos Andriopoulos.

(1) Adami, Giovanni; Pontalti, Marc; Cattani, Giorgio et al. (2022): Association between long-term exposure to air pollution and immune-mediated diseases: a population-based cohort study. RMD Open 2022; 8:e002055. doi:10.1136/ rmdopen-2021-002055. 

Endokrinologie in München: Mit Ernährung Knochen stärken

Endokrinologie in München: Mit Ernährung Knochen stärken© bit24 – stock.adobe.com

Gesunde Ernährung fördert die Knochengesundheit, betont Facharzt für Endokrinologie

MÜNCHEN. Für Patientinnen und Patienten, die an Osteoporose erkrankt sind oder eine Vorstufe des Knochenschwunds (Osteopenie) aufweisen, ist die ausreichende Versorgung mit Kalzium wichtig. „Viele unserer Patienten greifen zu Kalziumtabletten, die jedoch in einer Dosierung ab 500 Milligramm pro Tag zu Nierensteinen und Gefäßverkalkung führen können. Oftmals sind die Kalzium-Tabletten auch nicht die einzigen Nahrungsergänzungsmittel, mit denen Patienten ihre Mineralstoffzufuhr optimieren möchten. Gerade bei dieser Form von Multimedikation kann es jedoch zu versehentlichen Überdosierungen kommen, was bei einer kalziumreichen Ernährung nicht der Fall ist. Wir Fachärzte für Endokrinologie empfehlen deshalb, Kalzium bevorzugt über die Nahrung aufzunehmen und nicht in Tablettenform“, betont Dr. Maria Koukou, Fachärztin für Endokrinologie am Sonnen Gesundheitszentrum (SOGZ) in München.

Facharzt für Endokrinologie in München: Kalzium ist das wichtigste Mineral im Körper

Warum ist Kalzium für den menschlichen Körper wichtig? Das Mineral ist zu großen Teilen – etwa zu 98 Prozent – in unseren Knochen und Zähnen enthalten. Es trägt zu einer stabilen und aufrechten Knochenstruktur bei. Kalzium ist deshalb ein lebenswichtiger Mineralstoff und mengenmäßig das wichtigste Mineral im Körper. Es fördert eine gesunde Blutgerinnung und ist an zahlreichen Prozessen in unserem Nervensystem beteiligt. Kommt es zu einem Mangel an Kalzium, ist die häufigste Folge Osteoporose. In Deutschland sind von dieser Erkrankung mehr als sechs Millionen Menschen betroffen, bei Frauen über 50 Jahren ist nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie jede vierte an Osteoporose erkrankt.

Auch bei Osteoporose ist eine Kalziumzufuhr über gesunde Ernährung ausreichend

Wie lässt sich eine ausreichende Kalziumzufuhr im Alltag sicherstellen? Fachärzte für Endokrinologie sprechen sich bevorzugt für eine Versorgung über natürliche Nahrungsmittel aus. Ein Zuviel des Knochenminerals wird über den Körper ausgeschieden. Gute Kalziumquellen sind zum Beispiel Milchprodukte, grünes Gemüse wie Brokkoli oder Grünkohl und Mineralwasser mit einem hohen Kalzium-Gehalt. Liegt eine Lactoseintoleranz vor, können Betroffene auf andere Quellen ausweichen oder laktosefreie Milchprodukte wählen. Manche Hersteller weisen bei Mineralwasser auf dem Flaschenetikett auf den Kalziumgehalt hin. Bei mindestens 150 Milligramm Kalzium pro Liter ist der Hinweis „kalziumhaltig“ erlaubt. Es gibt auch Lebensmittel, die die Kalziumaufnahme beeinträchtigen. Dazu gehören Wurstwaren mit einem hohen Phosphatgehalt, große Mengen Kaffee oder schwarzer Tee, Alkohol, Cola oder Fanta sowie Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Oxalsäure wie Spinat, Rhabarber und Spargel. Damit der Körper Kalzium über den Darm aufnehmen und in den Knochen einbauen kann, ist zudem eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D wichtig. „Gerade im Winter kann es Sinn machen, Vitamin D über Tabletten zuzuführen“, stellt Endokrinologin Dr. Koukou heraus.

Endokrinologie: Osteoporose frühzeitig erkennen

Endokrinologie: Osteoporose frühzeitig erkennen

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Interdisziplinäre Zusammenarbeit wichtig, betont Facharzt für Endokrinologie in München

MÜNCHEN. „Bei der frühzeitigen Diagnose von Osteoporose kommt es auf die Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachrichtungen an“, stellt Dr. med. Werner Stadtherr, Facharzt für Endokrinologie am SOGZ heraus. Denn es gilt, Risiko-Patienten zu erkennen und zu behandeln – möglichst in einem Stadium, in dem die Erkrankung noch nicht weit fortgeschritten ist. Deutschlandweit erhalten etwa 75 Prozent der Patientinnen und Patienten, die unter Osteoporose leiden, keine adäquate Therapie, weil die Erkrankung oftmals unerkannt bleibt. Chancen auf eine Früherkennung von Osteoporose bestehen im Zusammenhang mit der Behandlung anderer Erkrankungen wie Brustkrebs, Rheuma oder Diabetes. Die Therapie dieser Erkrankungen mit bestimmten Medikamenten wie Immunsuppressiva führt häufig zu einem Schwund von Knochenmasse. In diesem Zusammenhang sind Mediziner vieler Disziplinen – von der Allgemein- bis zur Zahnmedizin – gefordert, um Osteoporose-Patienten optimal zu versorgen.

Endokrinologie in München: Interdisziplinäre Versorgung bei Osteoporose wichtig

In Deutschland sind etwa 6,3 Millionen Menschen, deutlich mehr Frauen als Männer, an Osteoporose erkrankt. Die Folgen können gravierend sein. Liegt ein Osteoporose-bedingter Knochenschwund vor, können bereits kleinste Belastungen zu Knochenbrüchen führen. Häufig an Wirbelkörpern, Oberschenkeln, Hüfte oder Unterarm. Wenn es bereits zu Knochenbrüchen gekommen ist, ist die Erkrankung in der Regel schon fortgeschritten. Zugleich geht die Osteoporose mit vielfältigen Erscheinungsformen und Ursachen einher. Umso herausfordernder ist die Diagnostik. Wichtig aus Sicht der Fachärzte ist es, dass Ärzte unterschiedlicher Disziplinen wie Unfallchirurgen, Allgemeinmediziner und Geriater das Osteoporoserisiko ihrer Patienten im Blick behalten. Ein erhöhtes Risiko, an Osteoporose zu erkranken, haben zum Beispiel ältere Menschen oder chronisch Kranke. Dazu gehören Patienten mit Hormonstörungen wie Cushing Syndrom, Schilddrüsenerkrankungen und Wachstumshormonmangel.

Fachärzte für Endokrinologie und anderer Disziplinen sollten Knochengesundheit im Blick haben

Gut ist es, wenn sich solche Patienten bereits aufgrund ihrer Grunderkrankung in endokrinologischer Betreuung befinden. Fachärzte wie Rheumatologen oder Onkologen müssen mitunter Medikamente verschreiben, die die Knochen schädigen. Dazu gehören Antihormonpräparate oder Cortison. Parallel zur Anwendung dieser Therapien sind Knochenschutzmaßnahmen zu ergreifen. Zudem gilt es, behandelnde Zahnärzte über seltene Nebenwirkungen von Osteoporose-Medikamenten zu informieren. „Vorteil für unsere Patienten im Sonnengesundheitszentrum München ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Ärzten verschiedener Fachrichtungen im Team. Sie stehen in engem Austausch miteinander und können sowohl rheumatologische als auch onkologische Patienten mit Blick auf ihre Knochengesundheit interdisziplinär gut versorgen“, stellt Dr. Stadtherr heraus.

Warum Sport bei Blutgerinnungsstörung wichtig ist

Warum Sport bei Blutgerinnungsstörung wichtig ist

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Auch mit Blutgerinnungsstörung sollte regelmäßig Sport getrieben werden, betont Facharzt in München

MÜNCHEN. Alltägliche Bewegung und Sport sind wichtige Faktoren für Wohlbefinden und Lebensqualität. Denn Sport fördert in vielerlei Hinsicht die Gesundheit – auch und insbesondere bei Menschen mit Blutgerinnungsstörung. „Wenn die Versorgung mit Gerinnungsfaktoren gesichert ist, können auch Menschen mit hämostaseologischen Erkrankungen an zahlreichen Sportarten teilnehmen. Wir empfehlen unseren Patientinnen und Patienten explizit, sich sportlich zu betätigen. Denn durch körperliche Aktivitäten lassen sich die Koordination schulen, die Muskeln trainieren, die Gelenke schützen und die Kondition durch ein trainiertes Herz-Kreislauf-System steigern. Nicht zuletzt nehmen wir bei Patienten, die regelmäßig Sport treiben, Wohlbefinden durch Bewegung und die Integration in Gruppen und Vereine wahr“, stellt Dr. med. Harald Krebs, Facharzt für Transfusionsmedizin und Hämostaseologie am Sonnen Gesundheitszentrum (SOGZ) in München heraus.

Blutgerinnungsstörungen: Nichts spricht gegen Sport, wenn die Gerinnung kontrolliert ist

Für (junge) hämophile Menschen oder hämophile Kinder lassen sich Sportarten in drei Risikogruppen einteilen. Zu den Hochrisiko-Sportarten gehört zum Beispiel Eishockey. Sportarten mit moderatem Risiko weisen zwar ein Verletzungsrisiko auf, das sich jedoch durch bestimmte Vorsichtsmaßnahmen kontrollieren lässt. Dazu gehört zum Beispiel Inlineskating, bei dem sich die Sportler mit Protektoren und Helm schützen können. Sportarten mit geringem Risiko sind zum Beispiel Schwimmen, Yoga oder Pilates. Dr. med. Krebs: „Wie gesunde Sportler auch sollten sich Menschen mit Blutgerinnungsstörung zunächst fragen, was ihnen Spaß macht und ob es bestimmte Defizite in der Leistungsfähigkeit gibt, die Sportarten ausschließen. Wir raten immer dazu, viele Sportarten auszuprobieren, um das passende Bewegungsangebot zu finden. Natürlich ist keine Sportart frei von Risiken. Doch mit der richtigen Anleitung, der Akzeptanz der eigenen Grenzen und sportlicher Aktivität nur unter kontrollierter Gerinnung, halten wir körperliche Aktivität in jeder Hinsicht für empfehlenswert.“

SOGZ München: Bei Blutgerinnungsstörung nach speziellen Angeboten für Patienten suchen

Oftmals lohnt es sich auch, nach speziellen Angeboten für Menschen mit Blutgerinnungsstörungen zu suchen. Spezialisierte Zentren bieten zum Beispiel Sportcamps explizit für Menschen mit Hämophilie an. Zudem gibt es Aqua Fitness mit gelenkschonenden Übungen, die Patienten im Wasser durchführen können. Informationen dazu bietet die Deutsche Hämophiliegesellschaft e.V. (DHG) an.

Kinderwunsch bei Rheumatoider Arthritis

Informationen zu Reisen mit Blutgerinnungsstörung

Kinderwunsch bei Rheumatoider Arthritis

MÜNCHEN. Patientinnen mit rheumatoider Arthritis (RA) leiden in vielen Fällen unter einer eingeschränkten Fertilität, wenn die Krankheitsaktivität sehr hoch ist. Oftmals ist auch der Verlauf einer Schwangerschaft negativ beeinflusst. Moderne Therapien bei RA und Kinderwunsch führen jedoch häufig zu einer unproblematischen Schwangerschaft. Viele Patientinnen erreichen sogar eine Remission. Grund dafür sind moderne Therapiekonzepte, die für eine dauerhaft niedrige Krankheitsintensität sorgen. Das angepasste „Treat-to-Target“ Konzept lässt sich auch in der Schwangerschaft anwenden, wie eine aktuelle Studie mit dem Titel „Preconception Counseling in Active RA“ (PreCARA) aufzeigt (1). Darauf verweist Dr. med. Nikolaos Andriopoulos, Rheumatologe am Sonnen Gesundheitszentrum München.

Kinderwunsch kann auch mit Rheumatoider Arthritis in Erfüllung gehen

Die Studie berücksichtigte 309 Frauen mit rheumatoider Arthritis und Kinderwunsch bzw. einer bereits bestehenden Schwangerschaft. Alle Studienteilnehmerinnen erhielten eine an die Schwangerschaft angepasste individuelle Therapie. Dem „Treat-to-Target“ Konzept folgend, begann die Therapie mit DMARD Sulfasalazin und / oder Hydroxychloroquin. Bei Bedarf wurde zusätzlich Prednison verordnet. Idealerweise sollte dabei eine maximale Dosis von 7,5 Milligramm pro Tag nicht überschritten werden. Außerdem kam bei Schwangeren im Bedarfsfall ein TNF-Inhibitor zum Einsatz, das von der European Medicine Agency empfohlene Certolizumab. Schwangere, die einen anderen TNF-Inhibitor einnahmen, brauchten das Präparat initial nicht umzustellen.

Die Therapieergebnisse wurden unter anderem mit Blick auf die Krankheitsaktivität während der Schwangerschaft mit den Ergebnissen der PARA-Studie verglichen. Diese wurde in den Jahren 2002 und 2010 durchgeführt. Ab dem Jahr 2011 brachten die Studienteilnehmerinnen 188 Kinder zur Welt. Etwa die Hälfte der Teilnehmerinnen (47,33 Prozent) erhielten während der Schwangerschaft einen TNF-Inhibitor.

Studie zeigt, Erfüllung des Kinderwunschs ist bei Frauen mit RA nicht ausgeschlossen

Die Ergebnisse zeigten, dass die mittlere Krankheitsaktivität in der PreCARA-Kohorte signifikant niedriger waren als in der PARA-Kontrollgruppe. 75,4 Prozent der Frauen in der PreCARA Studie hatten vor Beginn der Schwangerschaft nur eine geringe Krankheitsaktivität oder befanden sich bereits in Remission. Zu Beginn des dritten Trimenons waren es sogar 90,4 Prozent und damit deutlich mehr als in der PARA-Studie mit 33,2 beziehungsweise 47,3 Prozent. Für die Autoren der PreCARA-Studie zeigt sich, dass die Erfüllung eines Kinderwunschs bei RA-Patientinnen nicht ausgeschlossen ist und mit einer Remission einhergehen kann. Wie sich die Behandlung mit dem „Treat-to-Target“ Konzept insgesamt auf die Fertilität und auf das ungeborene Baby auswirkt, müssen weitere Studien klären.

(1) Smeele, Hieronymus TW.; Röder, Esther; Wintjes, Hetty M., et al. (2021): Modern treatment approach results in low disease activity in 90% of pregnant rheumatoid arthritis patients: the PreCARA study. doi:10.1136/ annrheumdis-2020-219547, abgerufen am 6.9.2022.